Ich fühle mich hier in Tartu immer noch (und ich denke, dass das auch so bleiben wird) sehr wohl. Mit der Arbeit im Institut komme ich ganz gut voran. Ich denke, dass ich schon vieles gelernt habe (Bedienung von Programmen, die für Meteorologen in der Alltagsarbeit ziemlich wichtig sind). Weiterhin habe ich aber auch viele neue nette Leute kennengelernt und neue Freunde gefunden, die ich euch im folgenden vorstellen werde. Wir versuchen jederzeit unsere Zeit hier im Baltikum gut zu nutzen und deshalb treffen wir uns oft und unternehmen gemeinsam Dinge, wie z.B. am Mittwoch abend, 12.9.: Kadri, Annika (beide aus Estland), Bret (aus den USA), Miriam (aus den Niederlanden), Anya (aus Lettland) und ich waren in der Big Ben Pub, weil Annika herausgefunden hatte, dass an diesem Abend eine amerikanische Band spielen sollte. Die Band machte auch ziemlich gute Musik, allerdings etwas zu laut, sodass man sich leider nur in den Pausen richtig unterhalten konnte. Ich war zum ersten Mal in der Big Ben Pub. Die Pub ist ziemlich gemütlich, aber halt eine typische English Pub:
Die Band in Aktion - parallel lief auch noch das EM-Quali-Spiel von Mazedonien gegen Estland:
Da wir während der Songs kaum sprechen konnten, beschäftigten wir uns in dieser Zeit mit anderen Sachen, z.B. hören der Songs, Kadri und Annika schauten sich an, wie ich ihre Muttersprache lerne...
oder wir fotographierten uns gegenseitig (auf dem Bild sind Kadri, Annika und Bret):
An diesem Mittwoch abend feierten wir nicht allzu lang, weil Bret, Anya und Miriam recht früh nach Hause gingen und Kadris letzter Bus auch um viertel vor 12 fuhr. Dafür wurde am nächsten Tag dann umso intensiver gefeiert, da in unserer "Stammkneipe", dem Püssirohukelder, die "Welcome Party" stattfand:
Die Band und die tanzenden Studenten auf der Tanzfläche:
Zwei meiner Freunde: Kadri (aus Estland) und Paulius (aus Litauen):
Maire und Raivo - zwei Esten, die wir an diesem Abend kennengelernt haben:
Ich war übrigens auch (ganz gut) dabei (an diesem Abend konnte man sich Schilder mit dem Namen ankleben - grünes Schild = Single, gelbes Schild = weiss nicht genau, rotes Schild = vergeben):
Die beiden Jungs in der Mitte sind Hiroto (aus Japan), der so gut wie jeden Abend ziemlich betrunken ist und extrem Party feiert und hinter ihm Tornike (aus Georgien):
Raivo, Paulius und Annika:
Hiroto flirtet mit den Bedienungen:
Und nochmals Paulius und Hiroto:
Raivo und Béla (aus Ungarn):
Hier in Tartu lerne ich wirklich ständig irgendwelche neuen Leute kennen - es gibt schon lustige Zufälle: Eigentlich wollte ich nämlich an eben dargestelltem Abend schon um halb 7 mit Bret Essen gehen und anschliessend in den Püssirohukelder. Dies wurde aber nichts, da ich an diesem Nachmittag Wäsche waschen musste und meine Waschmaschine statt der angezeigten 35 Minuten die dreifache Zeit benötigte. So sass ich also eine sehr lange Zeit im Waschraum (da ich ja nicht wusste wie lange denn noch die Waschmaschine benötigt). Dies war aber auch mein Glück, da ich an diesem Tag und an diesem Ort Kaire (ein Mädchen aus Estland) kennenlernen konnte, die von einem anderen Studentenwohnheim in der Nähe zu unserem Wohnheim kam, um auch zu waschen. Wir hatten eine lange Zeit uns zu unterhalten, Freitag abend war ich dann bei ihr ein Bierchen trinken und mittlerweile unternimmt sie auch oft mit uns Sachen. Am Samstag abend lernte ich durch einen ähnlichen Zufall eine estnische Russin (Anna) kennen. Es ist wirklich so, dass man hier fast zu jeder Zeit, an fast jedem Ort jemanden kennenlernt. Es ist sehr interessant :-).
Das Essen hier in Tartu ist meist sehr lecker. Leider gibt es hier keine Mensa (im Gegensatz zu z.B. Mainz oder fast allen deutschen Uni-Städten), sodass ich in der Woche in meiner Mittagspause meist in die verschiedensten Restaurants gehe und dort ein günstiges Gericht bestelle bzw. es gibt auch oft mehrere günstige Tagesgerichte zur Auswahl, sodass man mit umgerechnet circa 2 bis 5 Euro (je nachdem, was man bestellt) ganz gut rumkommt.
Die estnische Käseplatte mit verschiedenen Brotsorten, Creme-Dip und Oliven im "Eesti restoran" (sehr lecker):
Nudeln in Lachssosse im "Shakespeare" [Theater Restaurant] (man beachte auch hier wieder den Brotkorb mit den verschiedenen Brotsorten, den man in estnischen Restaurants zu vielen Gerichten bekommt - das Brot schmeckt immer extrem frisch und lecker - die Leute, die mit mir schon in Estland bzw. auch in Lettland waren, werden das bestätigen können ;-)):
Mein WG-Mitbewohner Johannes (aus Berlin/Greifswald) beim Pizza essen in der Pizzeria "Opera", die wir mindestens 2x pro Woche besuchen, da sie direkt auf dem Weg zwischen meinem Institut und dem Gebäude liegt, in dem ich 3x pro Woche Estnisch-Sprachkurs habe. Ausserdem schmeckt die Pizza dort sehr gut, man wird schnell bedient und das Preis-Leistungsverhältnis ist bestens :-):
In Tartu gibt es aber auch Arten von Restaurants, die man in Deutschland recht selten findet, wie z.B. das georgische Restaurant "Gruusia Saatkond", welches ich in meinem ersten Bericht schon erwähnte. Am Sonntag, 16.9., sind wir dort zum zweiten Mal Essen gegangen. Sonntags ist der Tag, an dem wir für gewöhnlich etwas teurer als umgerechnet 2-5 Euro Essen gehen. Georgisches Essen ist - meiner Meinung nach - sehr lecker und vom Geschmack wegen der aussergewöhnlichen Gewürze sehr interessant. Ich hatte an diesem Abend frisch gegrilltes Schweinefleisch mit Kartoffeln, verschiedenem Salat bzw. Gemüse, eine Art Fladenbrot und eine sehr leckere, interessant schmeckende Gewürzsosse zum Dippen:
Weitere Photos von diesem georgischen Essengehen: Shan Shan und Gifford (beide aus Hong Kong, China), sowie Bret (USA):
Ich, Sam (auch Hong Kong, China) und Topi, ein guter Freund von Anya (Lettland) aus Finnland, der sie über das Wochenende hier in Tartu besucht hat (ich glaub' zumindest, dass sein Name Topi ist):
Anya und Paulius (aus Litauen):
Shan Shan, Bret und Yuka (aus Japan):
Gifford, Bret und Miriam (Niederlande):
Und nochmals Anya und Paulius:
Nachdem Essen schwächelten leider die meisten und so gingen Bret und Sam (unten am Bildrand), Gifford und ich in ihr dürft dreimal raten...
Richtig: In den Püssirohukelder. Annika (aus Estland) kam auch noch dazu, sodass wir immerhin noch zu fünft waren:
Hier die Bilder: Annika, Sam und Bret...:
... und ich mit Gifford:
Wir fühlen uns u.a. deshalb so wohl im Püssirohukelder, weil sie selbstgebrautes Bier ausschenken (vor allem im 1-l-Masskrug) und weil fast jeden Abend eine Band spielt oder eine Veranstaltung stattfindet. Auch der Blick in die Karte ist unterhaltsam (zur Erinnerung: zum Bildvergrössern einfach auf das Bild klicken):
Am nächsten Abend waren wir hmmm... dreimal dürft ihr raten...
Yep, im Püssirohukelder. Nicht, dass ihr denkt, dass es keine anderen guten Locations in Tartu gibt. Das ist wirklich nicht so. Aber der Püssirohukelder ist - wie schon gesagt - in dem vergangenen Monat zu einer Stammkneipe von uns geworden. An diesem Montag, 17.9., war ausserdem Karaoke und da gibt es dann immer gut Party. Ausserdem kostet das Mass Bier nur 35 Krooni, was knapp über 2 Euro entspricht. An diesem Montag waren in unserer Gruppe, glaube ich, das erste Mal mehr Einheimische als Ausländer: 5 Esten (Liina, Raigo, Kaire, Annika und Käbi) zu 4 Ausländern (Bret [USA], Iina [Finnland], Hiroto [Japan] und ich]). An dem Abend haben wir ziemlich lange gefeiert. Ich glaube, dass ich gegen 4 Uhr in meinem Bett war. Aber ich hatte ja am Dienstag letzte Woche meinen einzigen arbeitsfreien Tag und musste so erst um 10:15 Uhr beim Estnisch-Kurs sein.
Hier aber einige Photos von dem Montagabend: Liina, Raigo und Kaire:
Iina und Bret:
Annika, Käbi, Kaire und Hiroto:
Käbi (sie ist Ende Juli 1989 geboren und studiert schon - da sieht man mal, dass die Leute in Estland mit ihrem Studium viel früher fertig sein können als wir in Deutschland) und Hiroto:
Käbi spricht übrigens sehr gut Deutsch, da sie knapp 2 Jahre in München gelebt hat. Nachdem der Püssirohukelder um 2 Uhr schliessen wollte, waren wir an diesem Abend noch im Zavood. Das ist eine Kneipe in Tartu, die - ich denke - jeden Tag bis 5 Uhr geöffnet hat.
Trotz unserer langen Feierei, habe ich es am nächsten Morgen pünktlich in meinen Estnisch-Kurs geschafft, den ich jeden Dienstag, Mittwoch und Donnerstag besuche. Hier versucht uns unsere Lehrerin Katrin beizubringen, wie man sagt, dass man Deutscher ist und welche Sprachen man sprechen möchte:
Nicht immer sind alle Studis aufmerksam:
Yuka (aus Japan), meine Tischnachbarin bei unserer Estnisch-Übung...:
... und unser Ergebnis:
Die Estland-Karte an der Wand unseres Kurssaales darf hier natürlich auf keinen Fall fehlen:
Ja, und sonst habe ich in der restlichen Woche noch einige Sachen erlebt: Mittwoch abend waren Bret (USA), Yuka (Japan), Käbi, Annika, Kaire, Kadri (alle aus Estland), ein Mädel aus Oldenburg, deren Name ich jetzt nicht mehr weiss und ich erst in der Studentenkneipe "Trehv" und dann im Klub "Illusion", wo eine Retro-Disco war. Der Abend war schön. Wir haben viel gesprochen und auch getanzt. Donnerstag abend waren wir dann auf der AEGEE-Welcome-Party (die allerdings nicht gut war - war ein bisschen wie eine Werbeveranstaltung für AEGEE), wo ich wieder eine interessante Begegnung hatte: Und zwar hat mich mein Vater auf dem Handy angerufen, ich bin (damit ich etwas verstehen kann) raus gegangen und habe telefoniert. Nachdem Telefonat hat mich dann ein Mädel angesprochen, dass ich ja Deutsch gesprochen hätte und ob ich denn schon einen Tandempartner hätte. Wir haben ein bisschen gesprochen und verabredet, dass wir uns demnächst mal treffen, damit ich Estnisch spreche und sie (Kerli ist übrigens ihr Name) Deutsch. Sie spricht allerdings schon sehr gut Deutsch, während ich ja erst vor 3 Wochen begonnen habe, richtig Estnisch zu lernen. Naja, wahrscheinlich werden wir beide davon profitieren. Ja, aber da die Party dort - wie gesagt - ziemlich langweilig war, sind viele Leute ziemlich früh nach Hause gegangen und Annika, Kadri (beide aus Estland) und ich sind na... genau, in den Püssirohukelder gegangen, um noch etwas zu essen und zu trinken.
Ausserdem habe ich in dieser Woche auch vieles an Verwaltungsaufwand erledigt. So habe ich zum Beispiel endlich meinen estnischen Personalausweis bekommen, viele BAföG-Sachen und ja... Banksachen erledigt. Dahinter steckt auch eine kleine Anekdote, bei der ich mich ziemlich vergesslich angestellt habe:
Nachdem ich die Woche vorher endlich meine Bankkarte erhalten habe (vorher hatte ich nur eine Übergangskarte), habe ich diese auch gleich wieder an den Bankautomat verloren, da ich die PIN 3x falsch eingegeben hatte. Im Nachhinein fiel mir nämlich ein, dass sich ja meine PIN beim Übergang von der Übergangskarte zur richtigen Karte verändert hatte. In dem Moment am Bankautomat ist mir das allerdings partout nicht eingefallen. Ich habe mich viel mehr gewundert, warum ich ständig die PIN falsch eingebe. Ich habe ständig gedacht, dass ich die falschen Tasten erwischt habe. Nun ja, also bin ich wieder einmal zur Bank gegangen, um die Karte zurück zu erhalten. Da dies aber nicht mehr ging, erhielt ich wieder eine Übergangskarte und sollte die Woche darauf meine neue richtige Karte abholen. Froh, dass ich endlich Geld abheben konnte, bin ich dann zum Bankautomat und habe mir Geld geholt. Soweit so gut... am nächsten Dienstag bin ich dann wieder zum Geldautomat und stellte fest, dass meine Übergangskarte nirgendwo aufzufinden war. Mir wurde langsam bewusst, dass ich wohl die Übergangskarte im Bankautomat die Woche davor vergessen hatte (hier in Estland bekommt man erst das Geld und muss dann am Automat etwas drücken, dass die Karte ausgeworfen wird und daran bin ich von Deutschland nicht gewöhnt). Also, bin ich wieder zur Hansapank. Gott sei Dank, gab es aber keine Probleme, da die Übergangskarte bereits gesperrt war und auch noch mein gesamtes Geld auf dem Konto war. So konnte ich dann wie geplant, Ende letzter Woche meine richtige Bankkarte bekommen. Hoffentlich kann ich diese jetzt länger benutzen... :-)
Da ich jetzt schon wieder knapp 3 Stunden gebloggt habe, es schon 1 Uhr nachts ist und ich morgen früh um 8 oder 9 Uhr arbeiten muss, kann ich leider nicht mehr von unserem tollen Wochenende (21. bis 23. September) berichten und muss dies auf heute abend oder morgen verschieben. Wir haben nämlich am Samstag ein Auto gemietet und sind durch Estlands Südosten getourt und am Sonntag sind wir mit knapp 30 Studenten raus in die tiefste Natur Estlands gefahren. Es war ein sehr beeindruckendes Wochenende. Mehr dazu aber sehr bald. Da ich Ende letzter Woche recht wenige Photos gemacht habe, verabschiede ich mich für jetzt mit ein paar Photos von Tartu:
Meine Universität ("Ülikool Tartu"):
Ein interessantes Haus neben der Universität:
Der Klub "Illusion" von aussen, den wir an besagtem Mittwoch besucht haben:
"Skulptuur Oscar Wilde ja Eduard Vilde":
"Inglisild" (=Engelsbrücke):
Eine gemütliche Strasse direkt in der Innenstadt:
Das Hotel ("Aleksandri hotell"), in welchem ich mit Michi im Juni eine Nacht übernachtete:
Nochmals meine Universität:
Und zum Schluss ein Blick auf meine Stadt (Innenstadt - "Kesklinn") und den Fluss Emajõgi:
Fortsetzung folgt... :-)
Die Band in Aktion - parallel lief auch noch das EM-Quali-Spiel von Mazedonien gegen Estland:
Da wir während der Songs kaum sprechen konnten, beschäftigten wir uns in dieser Zeit mit anderen Sachen, z.B. hören der Songs, Kadri und Annika schauten sich an, wie ich ihre Muttersprache lerne...
oder wir fotographierten uns gegenseitig (auf dem Bild sind Kadri, Annika und Bret):
An diesem Mittwoch abend feierten wir nicht allzu lang, weil Bret, Anya und Miriam recht früh nach Hause gingen und Kadris letzter Bus auch um viertel vor 12 fuhr. Dafür wurde am nächsten Tag dann umso intensiver gefeiert, da in unserer "Stammkneipe", dem Püssirohukelder, die "Welcome Party" stattfand:
Die Band und die tanzenden Studenten auf der Tanzfläche:
Zwei meiner Freunde: Kadri (aus Estland) und Paulius (aus Litauen):
Maire und Raivo - zwei Esten, die wir an diesem Abend kennengelernt haben:
Ich war übrigens auch (ganz gut) dabei (an diesem Abend konnte man sich Schilder mit dem Namen ankleben - grünes Schild = Single, gelbes Schild = weiss nicht genau, rotes Schild = vergeben):
Die beiden Jungs in der Mitte sind Hiroto (aus Japan), der so gut wie jeden Abend ziemlich betrunken ist und extrem Party feiert und hinter ihm Tornike (aus Georgien):
Raivo, Paulius und Annika:
Hiroto flirtet mit den Bedienungen:
Und nochmals Paulius und Hiroto:
Raivo und Béla (aus Ungarn):
Hier in Tartu lerne ich wirklich ständig irgendwelche neuen Leute kennen - es gibt schon lustige Zufälle: Eigentlich wollte ich nämlich an eben dargestelltem Abend schon um halb 7 mit Bret Essen gehen und anschliessend in den Püssirohukelder. Dies wurde aber nichts, da ich an diesem Nachmittag Wäsche waschen musste und meine Waschmaschine statt der angezeigten 35 Minuten die dreifache Zeit benötigte. So sass ich also eine sehr lange Zeit im Waschraum (da ich ja nicht wusste wie lange denn noch die Waschmaschine benötigt). Dies war aber auch mein Glück, da ich an diesem Tag und an diesem Ort Kaire (ein Mädchen aus Estland) kennenlernen konnte, die von einem anderen Studentenwohnheim in der Nähe zu unserem Wohnheim kam, um auch zu waschen. Wir hatten eine lange Zeit uns zu unterhalten, Freitag abend war ich dann bei ihr ein Bierchen trinken und mittlerweile unternimmt sie auch oft mit uns Sachen. Am Samstag abend lernte ich durch einen ähnlichen Zufall eine estnische Russin (Anna) kennen. Es ist wirklich so, dass man hier fast zu jeder Zeit, an fast jedem Ort jemanden kennenlernt. Es ist sehr interessant :-).
Das Essen hier in Tartu ist meist sehr lecker. Leider gibt es hier keine Mensa (im Gegensatz zu z.B. Mainz oder fast allen deutschen Uni-Städten), sodass ich in der Woche in meiner Mittagspause meist in die verschiedensten Restaurants gehe und dort ein günstiges Gericht bestelle bzw. es gibt auch oft mehrere günstige Tagesgerichte zur Auswahl, sodass man mit umgerechnet circa 2 bis 5 Euro (je nachdem, was man bestellt) ganz gut rumkommt.
Die estnische Käseplatte mit verschiedenen Brotsorten, Creme-Dip und Oliven im "Eesti restoran" (sehr lecker):
Nudeln in Lachssosse im "Shakespeare" [Theater Restaurant] (man beachte auch hier wieder den Brotkorb mit den verschiedenen Brotsorten, den man in estnischen Restaurants zu vielen Gerichten bekommt - das Brot schmeckt immer extrem frisch und lecker - die Leute, die mit mir schon in Estland bzw. auch in Lettland waren, werden das bestätigen können ;-)):
Mein WG-Mitbewohner Johannes (aus Berlin/Greifswald) beim Pizza essen in der Pizzeria "Opera", die wir mindestens 2x pro Woche besuchen, da sie direkt auf dem Weg zwischen meinem Institut und dem Gebäude liegt, in dem ich 3x pro Woche Estnisch-Sprachkurs habe. Ausserdem schmeckt die Pizza dort sehr gut, man wird schnell bedient und das Preis-Leistungsverhältnis ist bestens :-):
In Tartu gibt es aber auch Arten von Restaurants, die man in Deutschland recht selten findet, wie z.B. das georgische Restaurant "Gruusia Saatkond", welches ich in meinem ersten Bericht schon erwähnte. Am Sonntag, 16.9., sind wir dort zum zweiten Mal Essen gegangen. Sonntags ist der Tag, an dem wir für gewöhnlich etwas teurer als umgerechnet 2-5 Euro Essen gehen. Georgisches Essen ist - meiner Meinung nach - sehr lecker und vom Geschmack wegen der aussergewöhnlichen Gewürze sehr interessant. Ich hatte an diesem Abend frisch gegrilltes Schweinefleisch mit Kartoffeln, verschiedenem Salat bzw. Gemüse, eine Art Fladenbrot und eine sehr leckere, interessant schmeckende Gewürzsosse zum Dippen:
Weitere Photos von diesem georgischen Essengehen: Shan Shan und Gifford (beide aus Hong Kong, China), sowie Bret (USA):
Ich, Sam (auch Hong Kong, China) und Topi, ein guter Freund von Anya (Lettland) aus Finnland, der sie über das Wochenende hier in Tartu besucht hat (ich glaub' zumindest, dass sein Name Topi ist):
Anya und Paulius (aus Litauen):
Shan Shan, Bret und Yuka (aus Japan):
Gifford, Bret und Miriam (Niederlande):
Und nochmals Anya und Paulius:
Nachdem Essen schwächelten leider die meisten und so gingen Bret und Sam (unten am Bildrand), Gifford und ich in ihr dürft dreimal raten...
Richtig: In den Püssirohukelder. Annika (aus Estland) kam auch noch dazu, sodass wir immerhin noch zu fünft waren:
Hier die Bilder: Annika, Sam und Bret...:
... und ich mit Gifford:
Wir fühlen uns u.a. deshalb so wohl im Püssirohukelder, weil sie selbstgebrautes Bier ausschenken (vor allem im 1-l-Masskrug) und weil fast jeden Abend eine Band spielt oder eine Veranstaltung stattfindet. Auch der Blick in die Karte ist unterhaltsam (zur Erinnerung: zum Bildvergrössern einfach auf das Bild klicken):
Am nächsten Abend waren wir hmmm... dreimal dürft ihr raten...
Yep, im Püssirohukelder. Nicht, dass ihr denkt, dass es keine anderen guten Locations in Tartu gibt. Das ist wirklich nicht so. Aber der Püssirohukelder ist - wie schon gesagt - in dem vergangenen Monat zu einer Stammkneipe von uns geworden. An diesem Montag, 17.9., war ausserdem Karaoke und da gibt es dann immer gut Party. Ausserdem kostet das Mass Bier nur 35 Krooni, was knapp über 2 Euro entspricht. An diesem Montag waren in unserer Gruppe, glaube ich, das erste Mal mehr Einheimische als Ausländer: 5 Esten (Liina, Raigo, Kaire, Annika und Käbi) zu 4 Ausländern (Bret [USA], Iina [Finnland], Hiroto [Japan] und ich]). An dem Abend haben wir ziemlich lange gefeiert. Ich glaube, dass ich gegen 4 Uhr in meinem Bett war. Aber ich hatte ja am Dienstag letzte Woche meinen einzigen arbeitsfreien Tag und musste so erst um 10:15 Uhr beim Estnisch-Kurs sein.
Hier aber einige Photos von dem Montagabend: Liina, Raigo und Kaire:
Iina und Bret:
Annika, Käbi, Kaire und Hiroto:
Käbi (sie ist Ende Juli 1989 geboren und studiert schon - da sieht man mal, dass die Leute in Estland mit ihrem Studium viel früher fertig sein können als wir in Deutschland) und Hiroto:
Käbi spricht übrigens sehr gut Deutsch, da sie knapp 2 Jahre in München gelebt hat. Nachdem der Püssirohukelder um 2 Uhr schliessen wollte, waren wir an diesem Abend noch im Zavood. Das ist eine Kneipe in Tartu, die - ich denke - jeden Tag bis 5 Uhr geöffnet hat.
Trotz unserer langen Feierei, habe ich es am nächsten Morgen pünktlich in meinen Estnisch-Kurs geschafft, den ich jeden Dienstag, Mittwoch und Donnerstag besuche. Hier versucht uns unsere Lehrerin Katrin beizubringen, wie man sagt, dass man Deutscher ist und welche Sprachen man sprechen möchte:
Nicht immer sind alle Studis aufmerksam:
Yuka (aus Japan), meine Tischnachbarin bei unserer Estnisch-Übung...:
... und unser Ergebnis:
Die Estland-Karte an der Wand unseres Kurssaales darf hier natürlich auf keinen Fall fehlen:
Ja, und sonst habe ich in der restlichen Woche noch einige Sachen erlebt: Mittwoch abend waren Bret (USA), Yuka (Japan), Käbi, Annika, Kaire, Kadri (alle aus Estland), ein Mädel aus Oldenburg, deren Name ich jetzt nicht mehr weiss und ich erst in der Studentenkneipe "Trehv" und dann im Klub "Illusion", wo eine Retro-Disco war. Der Abend war schön. Wir haben viel gesprochen und auch getanzt. Donnerstag abend waren wir dann auf der AEGEE-Welcome-Party (die allerdings nicht gut war - war ein bisschen wie eine Werbeveranstaltung für AEGEE), wo ich wieder eine interessante Begegnung hatte: Und zwar hat mich mein Vater auf dem Handy angerufen, ich bin (damit ich etwas verstehen kann) raus gegangen und habe telefoniert. Nachdem Telefonat hat mich dann ein Mädel angesprochen, dass ich ja Deutsch gesprochen hätte und ob ich denn schon einen Tandempartner hätte. Wir haben ein bisschen gesprochen und verabredet, dass wir uns demnächst mal treffen, damit ich Estnisch spreche und sie (Kerli ist übrigens ihr Name) Deutsch. Sie spricht allerdings schon sehr gut Deutsch, während ich ja erst vor 3 Wochen begonnen habe, richtig Estnisch zu lernen. Naja, wahrscheinlich werden wir beide davon profitieren. Ja, aber da die Party dort - wie gesagt - ziemlich langweilig war, sind viele Leute ziemlich früh nach Hause gegangen und Annika, Kadri (beide aus Estland) und ich sind na... genau, in den Püssirohukelder gegangen, um noch etwas zu essen und zu trinken.
Ausserdem habe ich in dieser Woche auch vieles an Verwaltungsaufwand erledigt. So habe ich zum Beispiel endlich meinen estnischen Personalausweis bekommen, viele BAföG-Sachen und ja... Banksachen erledigt. Dahinter steckt auch eine kleine Anekdote, bei der ich mich ziemlich vergesslich angestellt habe:
Nachdem ich die Woche vorher endlich meine Bankkarte erhalten habe (vorher hatte ich nur eine Übergangskarte), habe ich diese auch gleich wieder an den Bankautomat verloren, da ich die PIN 3x falsch eingegeben hatte. Im Nachhinein fiel mir nämlich ein, dass sich ja meine PIN beim Übergang von der Übergangskarte zur richtigen Karte verändert hatte. In dem Moment am Bankautomat ist mir das allerdings partout nicht eingefallen. Ich habe mich viel mehr gewundert, warum ich ständig die PIN falsch eingebe. Ich habe ständig gedacht, dass ich die falschen Tasten erwischt habe. Nun ja, also bin ich wieder einmal zur Bank gegangen, um die Karte zurück zu erhalten. Da dies aber nicht mehr ging, erhielt ich wieder eine Übergangskarte und sollte die Woche darauf meine neue richtige Karte abholen. Froh, dass ich endlich Geld abheben konnte, bin ich dann zum Bankautomat und habe mir Geld geholt. Soweit so gut... am nächsten Dienstag bin ich dann wieder zum Geldautomat und stellte fest, dass meine Übergangskarte nirgendwo aufzufinden war. Mir wurde langsam bewusst, dass ich wohl die Übergangskarte im Bankautomat die Woche davor vergessen hatte (hier in Estland bekommt man erst das Geld und muss dann am Automat etwas drücken, dass die Karte ausgeworfen wird und daran bin ich von Deutschland nicht gewöhnt). Also, bin ich wieder zur Hansapank. Gott sei Dank, gab es aber keine Probleme, da die Übergangskarte bereits gesperrt war und auch noch mein gesamtes Geld auf dem Konto war. So konnte ich dann wie geplant, Ende letzter Woche meine richtige Bankkarte bekommen. Hoffentlich kann ich diese jetzt länger benutzen... :-)
Da ich jetzt schon wieder knapp 3 Stunden gebloggt habe, es schon 1 Uhr nachts ist und ich morgen früh um 8 oder 9 Uhr arbeiten muss, kann ich leider nicht mehr von unserem tollen Wochenende (21. bis 23. September) berichten und muss dies auf heute abend oder morgen verschieben. Wir haben nämlich am Samstag ein Auto gemietet und sind durch Estlands Südosten getourt und am Sonntag sind wir mit knapp 30 Studenten raus in die tiefste Natur Estlands gefahren. Es war ein sehr beeindruckendes Wochenende. Mehr dazu aber sehr bald. Da ich Ende letzter Woche recht wenige Photos gemacht habe, verabschiede ich mich für jetzt mit ein paar Photos von Tartu:
Meine Universität ("Ülikool Tartu"):
Ein interessantes Haus neben der Universität:
Der Klub "Illusion" von aussen, den wir an besagtem Mittwoch besucht haben:
"Skulptuur Oscar Wilde ja Eduard Vilde":
"Inglisild" (=Engelsbrücke):
Eine gemütliche Strasse direkt in der Innenstadt:
Das Hotel ("Aleksandri hotell"), in welchem ich mit Michi im Juni eine Nacht übernachtete:
Nochmals meine Universität:
Und zum Schluss ein Blick auf meine Stadt (Innenstadt - "Kesklinn") und den Fluss Emajõgi:
Fortsetzung folgt... :-)
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