Sonntag, Oktober 28, 2007

Wochenend-Ausflug nach Saaremaa (Sa und So, 06. und 07.10.2007)

Das im Titel besagte Wochenende sollte nun das dritte in Folge sein, an dem wir uns ein Auto mieteten, um das ländliche Estland näher zu erkunden. Die Wettervorhersage für das Wochenende war traumhaft und so hatten wir eigentlich keine andere Wahl als wieder einen Ausflug zu machen, da wir uns ja auch bewusst waren, dass man im Herbst nicht zwangsläufig jedes Wochenende so gutes Wetter bekommt und auch im Anbetracht dessen, dass hier die Tage sehr schnell sehr viel kürzer werden. Was diesmal neu war: Wir planten das Auto für Samstag und Sonntag zu mieten und den Ausflug auf zwei Tage auszudehnen, da Saaremaa sich einige Autostunden von Tartu entfernt befindet, man auf Fähren angewiesen ist und es auf Saaremaa dann noch so viel zu sehen gibt, dass ein Tag sich kaum lohnt. Was keineswegs neu war: Für mich bedeutete das am Freitag davor wieder einiges an Organisationsaufwand. Diesmal war es sogar etwas schwieriger, weil ich einen guten Preis für 2 Tage Automieten gesucht habe, aber die Autovermietung von der Woche zuvor gerade die Preise erhöht hatte und somit nicht in Frage kam. Die Autovermietung von 2 Wochen zuvor kam ebenfalls nicht in Frage, weil ich keine 4000 EEK (~250 EUR) Kaution hinterlegen wollte, sowie nicht das Risiko einer Eigenbeteiligung im Schadensfall eingehen wollte. Ja und so war es am Freitag zuvor mal wieder ein Such- und Verhandlungsmarathon und schliesslich erzielte ich eine Einigung mit einem Mann der in Pärnu und Tartu Zimmer und Autos vermietet. Er sicherte mir einen guten Preis für die beiden Tage zu plus Komplettversicherung für das Auto und Zusatzfahrer vollkommen umsonst und ich sollte, weil er sich in Pärnu aufhält, das Auto am nächsten Morgen um 8 Uhr bei seiner Mutter abholen. Die Mutter war ein nette, aber bisschen hysterische, alte Frau, die uns sagte, dass es nächstes Mal aber nicht mehr geht ohne Kaution und Versicherungsgebühr und dass es nicht gestattet sei (auch diesmal nicht) einen anderen fahren zu lassen. Das sei "100% criminal". Weiterhin machte sie uns auch aufmerksam darauf, dass es "100% criminal" sei, Verkehrsregeln nicht zu beachten, sowie alkoholisiert Auto zu fahren usw. Die gute Frau hatte anscheinend ein bisschen Angst um ihren VW Polo, aber naja: Wir hatten unseren günstigen Preis, komplette Versicherung, ohne Kaution - nur ich musste oder durfte (je nach Betrachtunsweise) halt das ganze Wochenende alleine fahren. Ich denke normalerweise hätte ich für den Saaremaa-Ausflug um die 20 Leute finden können, die mitgefahren wären. Allerdings waren die meisten Leute an diesem Wochenende in Sankt Petersburg, weil die Universität einen Wochenendausflug dorthin angeboten hatte. Ich konnte leider nicht an diesem Ausflug teilnehmen, weil ich keinen Reisepass besitze und nicht die Anstrengungen und die Kosten auf mich nehmen wollte, mir an der Deutschen Botschaft in Tallinn noch einen vorläufigen Reisepass zu besorgen. Andere Leute waren mit anderen Ausflügen bzw. mit Lernerei beschäftigt und so waren wir am Ende 4 Leute, die am Samstag morgen Richtung Saaremaa aufbrachen: Anna (aus Georgien), Cassie (aus den USA), Sam (aus Hong Kong, China) und ich. Sam und ich, wir trafen und um viertel nach 7 im Studentenwohnheim. Wir mussten bis zu der Autovermietung eine sehr weite Strecke zurücklegen (ich kannte diese schon, da ich am Vortag schon zu der Vermietung hin und zurück gelaufen bin, um Sachen abzuklären). Sie befindet sich am Ortsausgang von Tartu, in einem ganz anderen Bezirk als unser Studentenwohnheim. So kamen wir gegen viertel nach 8 dort an, hörten uns oben erwähnte Predigt der alten Frau an und holten uns unser Auto: Da wir mit Cassie und Anna verabredet hatten, uns erst um 9 Uhr am Studentenwohnheim zu treffen, konnte ich Sam noch die berühmte Sängerbühne von Tartu zeigen, die ich am Vortag zufällig in der Nähe der Autovermietung entdeckt hatte: Hier (aber nicht nur in Tartu, sondern zum Beispiel auch in Ríga, wo es noch eine viel grössere Bühne gibt) finden regelmässig die im Baltikum sehr beliebten Sängerfestivals statt. Chöre aus dem ganzen Land singen gemeinsam auf der Bühne traditionelle Lieder. Die Sängerfestivals sind für die Balten sehr wichtig und ein bedeutentes Stück ihrer nationalen Identität. Das Singen hat hier einen enormen Stellenwert (vgl. auch andere Kapitel meines Blogs) und sogar geschichtlich-politische Dimensionen (wer mehr zu diesen Themen wissen will: Googelt mal nach "Singende Revolution", "Dainas", usw. - ist sehr interessant). Um 9 Uhr luden wir dann Cassie und Anna an unserem Studentenwohnheim ins Auto ein. Beim Losfahren dort entdeckte ich, dass links oben in der Frontscheibe unseres Polos ein winziges Steinchen einen kleinen Teil der Frontscheibe zersplittert hat. Ich nehme stark an, dass das von Anfang an so war, da wir auf Weg von der Autovermietung zum Studentenwohnheim bestimmt nicht dafür verantwortlich waren und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass jemand in den wenigen Minuten, wo wir die Mädchen im Studentenwohnheim abgeholt haben, den kleinen Stein in die Windschutzscheibe geworfen hat. Trotzdem war mir unangenehm, dass ich den Schaden nicht schon vor dem anfänglichen Losfahren bemerkt habe und melden konnte, gerade weil die gute Frau mit dem Auto so besorgt war. Aber in dieser Situation habe ich mal wieder gemerkt, wie wichtig es ist, das Auto gegen jeglichen Schaden ohne Eigenbeteiligung komplett abzusichern. Beim Losfahren war das Wetter noch nicht so berauschend und so kamen wir nach 50 km Fahrt am Võrtsjärv - in der Nähe von Viljandi (6t grösste Stadt Estlands mit rund 20.000 Einwohnern) - zu unserer ersten kleinen Pause unter bewölktem Himmel an: Der Võrtsjärv ist ein Flachwassersee und nach dem Peipsi järv der zweitgrösste See des Baltikums und hat eine Länge von knapp 35 Kilometer und eine Breite von knapp 15 Kilometern - er ist somit ungefähr halb so gross wie der Balaton in Ungarn. Nachdem wir ein bisschen am See entlang spaziert sind, ging die Fahrt weiter Richtung Westen und der Himmel klarte ziemlich schnell auf. Um eine Pinkelpause einzulegen, verliessen wir die Hauptstrasse an einem Punkt zwischen Viljandi und Pärnu und da wir dort zufällig auch noch einen netten Platz mit Fluss entdeckten und auch schon richtig schönes Wetter herrschte, legten wir die zweite kleine Pause auf unserer Reise ein: Das Wasser des Flusses sah fast aus wie Cola, also nicht sehr schön anzusehen. Ich nehme an, dass dies aufgrund des anhaltenden Regens in den Vortagen so war und der Regen eine Menge Schlamm in die Flüsse gespült hatte. Auf dem folgenden Photo ist das noch besser zu erkennen. Die Brücke über den Fluss war übrigens - auch wenn man es nicht vermutet - für Autos befahrbar. Die beiden Mädels auf dem Bild sind Anna (aus Georgien) und Cassie (aus den USA): Sam (aus China), Anna und Cassie - wie immer, wieder die Leute von links nach rechts: Und ein Photo von Cassie an der Treppe runter zum Flussufer: Nach der kurzen Pause ging die Fahrt weiter nach Pärnu. Wir, in Estland, haben im Volksmund mehrere Hauptstädte. Klar: Tallinn ist die reguläre Hauptstadt, aber Tartu zum Beispiel ist die Hauptstadt des Wissens und der Studenten, Otepää ist die Hauptstadt des Winters, Põlva ist die Hauptstadt der Rockmusik, ja und Pärnu ist eben die Sommerhauptstadt. Nach Pärnu fahren im Sommer sehr viele Esten, um sich zu erholen, zu feiern und ihre Zeit am Strand zu verbringen. Pärnu liegt übrigens and der Südwestküste Estland und ist mit zirka 45.000 Einwohnern die 5t grösste Stadt Estlands nach Tallinn, Tartu, Narva und Kohtla-Järve, die ihr ja auch schon alle kennt falls ihr meinen Blog regelmässig verfolgt habt. In Pärnu planten wir einen etwas längeren Aufenthalt und nachdem wir im Stadtzentrum geparkt hatten, machten wir uns erstmal auf den Weg durch Pärnu Richtung dem berühmten Pärnuer Strand,...: (hier im Bild: Anna und Cassie) ... an dem wir nach wenigen Minuten auch ankamen: Und mit Leuten drauf: Anna, Cassie und Sam am Pärnuer Strand: Sam, ich und Cassie: Ich mal alleine: Und Anna und Cassie: Nach einiger Zeit am Strand ging es dann zurück Richtung Stadtzentrum: Ein typisches estnisches gemütliches Holz-Wohnhaus mitten in Pärnu...: ... und einige Bilder aus der ebenfalls sehr gemütlichen Innenstadt: Anna, Cassie und Sam in der Fussgängerzone von Pärnu,...: ... in der wir auch einen kleinen Snack als Mittagessen zu uns nahmen. Danach brachen wir dann auf nach Nordwest Richtung Virtsu, dem Hafenort, von dem die Fähre vom Festland nach Kuivastu, dem Hafenort auf Muhu, der "Vorinsel" vor Saaremaa, verkehrt. Im Hafen von Virtsu mussten wir circa 45 Minuten bis 16 Uhr auf unsere Fähre warten...: ... und hatten somit auch Zeit für ein Gruppenbild (ich, Cassie, Anna und Sam): Anna war so gut gelaunt, dass sie singend und tanzend durch die Gegend lief (wie sehr oft) und sich dabei fast den Knöchel brach. Aber ausser einem Umknicken ist nicht viel passiert und so konnten wir um 16 Uhr die Reise mit der Fähre fortsetzen: Wie ihr sehen könnt war es bei der Fährüberfahrt (sie dauert circa 30 Minuten) bewölkt und regnerisch. Das Wetter war an diesem Wochenende sowieso faszinierend und uns sehr gut gesonnen. Ich denke wir bekamen keinen einzigen Regentropfen ab, aber sobald wir Auto oder Fähre fuhren, war es bewölkt oder es regnete oder es war dichter Nebel. Das war schon ein wenig kurios. Weitere Bilder, die ich bei der Überfahrt geschossen habe:Die beiden Mädels: Anna (beim Rauchen) und Cassie: Sam: Sam und ich: Anna und Cassie (man beachte den Regenbogen im Hintergrund :-)): Die Ankunft in Kuivastu auf der Insel Muhu: Muhu ist die drittgrösste Insel Estlands und durch einen Damm mit der Insel Saaremaa verbunden. Wir mussten circa 10 bis 15 Minuten durch Muhu fahren bis wir diesen Damm erreichten, konnten aber auch auf Muhu einige schöne Sachen erblicken - wie z.B. eine für dieses Gebiet Estlands typische Windmühle: Der Anblick der sich dann aber auf dem Damm für uns bot, war faszinierend: Die Strasse die auf beiden Seiten von Meer umgeben ist, vor uns die Insel Saaremaa, hinter uns die Insel Muhu, gekrönt vom Zusammenspiel der Sonne, den Wolken und des Meeres und den Geräuschen der Möwen und Schwäne: Annas Fuss ging es schon wieder besser - also konnte schon wieder mit Cassie getanzt werden: Sam, Cassie und ich: Sam, Anna und Cassie: Und ich und Anna (kommt es mir nur so vor oder stehe ich wirklich auf den Bildern fast immer nur auf der linken Seite): Dann ging es weiter nach Saaremaa. Saaremaa ist die grösste Insel Estlands und mit einer Fläche von knapp 2700 Quatratkilometern z.B. etwas grösser als das Saarland in Deutschland. Allerdings leben im Saarland circa das 27fache an Einwohnern verglichen mit Saaremaa, wo insgesamt zirka 39.000 Menschen leben (98% davon sind Esten). Die maximale Nord-Süd-, sowie auch die maximale West-Ost-Ausdehnung der Insel beträgt jeweils ungefähr 90 Kilometer. Hier ein Plan von Saaremaa (mit der Insel Muhu und dem Festlandhafen Virtsu rechts oben) [nochmals zur Erinnerung: Photos vergrössern durch Draufklicken]: Das erste Ziel zu dem wir auf Saaremaa fuhren...: ... waren die für Saaremaa typischen und berühmten Windmühlen (auf der Karte oben durch den roten Punkt gekennzeichnet): Ein paar Bilder von uns: Zuerst Sam und Anna: Ich: Cassie und Anna beim Besteigen einer Windmühle: Ich nach dem Besteigen einer Windmühle...: ... und die Aussicht von da oben: Anna: Cassie: Und ich denke, dass ich die berühmte Windmühle von der Flasche des guten Saaremaa Vodkas gefunden habe: Durstig und auch ein wenig hungrig von diesem Anblick suchten wir als nächstes dann erstmal einen Laden auf, um uns mit Proviant für die Nacht und den nächsten Tag einzudecken (Anna und Cassie im Bild): Da nächste Ziel unserer Tour durch Saaremaa war der berühmte Meteoritenkrater bei Kaali. Da ich zu jetzt zu faul bin euch Informationen über den Krater zu texten, füge ich einfach hier das Photo ein (zum Vergrössern - wie gesagt - Bild anklicken): Und so sieht der Meteoritenkrater in echt aus: Neben dem Krater entdeckten wir so etwas wie ein Fussballfeld und zur grossen Überraschung lag gleich auch noch ein Lederball darauf, sodass Sam und ich erstmal eine Runde Fussball zockten ;-), während unsere Mädels eine Runde um den Krater drehten: Wie ihr sehen konntet, war es schon recht spät und am Dunkelwerden als wir das Meteoritenfeld von Kaali verliessen. Wir beschlossen aber nicht den direkten Weg in die grösste Stadt Saaremaas Kuressaare (wo wir beschlossen hatten über die Nacht zu bleiben) zu nehmen, sondern ein bisschen Umwege der Küste entlang zu fahren. Dabei entdeckten wir z.B. auch ein imposante alte Steinkirche,...: ... die innen aber gerade renoviert wurde: Den Weg zum Ufer fanden wir zwar nicht, allerdings sahen wir bei einer kleinen Rast zwischendurch als wir irgendwo die schmalsten Wege "durch die Pampa gurkten", den klarsten und beeindruckensten Sternenhimmel, den ich je gesehen habe. Die Nacht war nämlich so kalt und der Himmel so klar, dass ich so viele Sterne am Himmel sehen konnte wie noch nie - das war wirklich unglaublich. Gegen 21:30 Uhr erreichten wir dann schliesslich Kuressaare, dessen imposante Bischofsburg (die im 13.Jahrhundert erbaut wurde) uns in beleuchtetem Zustand faszinierte (die Qualität des Photos allerdings ist leider weniger faszinierend): Nachdem wir uns einen Platz für unser Auto gesucht hatten (wir mussten diesen sorgfältig auswählen, weil wir geplant hatten, die Nacht im Auto zu schlafen, um Geld zu sparen), die Wahl fiel auf einen Hotelparkplatz nahe der Bischofsburg, spazierten wir an der Bischofsburg entlang, weiter durch die Gassen von Kuressaare bis zum Stadtzentrum, wo wir in einer gemütlichen, geschichtlich anmutenden Gaststätte zum Abendessen und -trinken einkehrten: Das Essen und Trinken dort war sehr lecker und der Abend lustig und sehr gemütlich. Hier ein paar Bilder: Gruppenbild (ich, Cassie, Anna, Sam) - Qualität ist wegen Selbstauslöser leider suboptimal: Anna und Sam: Ich und Cassie: Nochmals Anna und Sam: Jaa und natürlich ganz wichtig: Eigentlich darf man nicht von Saaremaa zurückkehren ohne dort mindestens einen Saaremaa Vodka getrunken zu haben, wie ich und Cassie hier :-): Nach dem Kneipenabend gingen wir dann zurück zum Auto,... [Bild ist wegen Selbstauslöser leider wieder naja] (auf dem Bild Anna, Cassie, Sam und ich): ... wo wir noch ein bisschen Musik hörten, schwätzen, tranken und uns für die Nacht vorbereiteten. Cassie und Sam: Anna: Ich und Anna: Und Sam beim Zähneputzen: Nach anfänglichen Problemen mit der Auto-Alarmanlage (sie ging immer einige Minuten nachdem wir das Auto abschlossen und sich jemand innerhalb des Wagens dann bewegte los, hatten wir die Idee einfach die Bewegungsmelder zu drehen und sie mit den Sichtklappen abzudecken, sodass das Problem dann gelöst war) und beim Einschlafen, schliefen alle doch den Umständen entsprechend sehr gut. Um vier Uhr musste ich allerdings nochmals für 10 Minuten den Motor laufen lassen und heizen, da es sich bei einer Aussentemperatur von unter 5 Grad Celsius doch merklich auch im Auto abgekühlt hatte. Danach konnten wir allerdings wieder bestens schlafen bis Anna als erste morgens gegen 8 Uhr aufwachte und wir dann alle "aufstanden". Nach dem "Aufstehen" fuhren wir erstmal ein bisschen aus Kuressaares Zentrum hinaus zu einem etwas abgelegenen Ort, um erstmal die Zähne zu putzen (wäre bei Tageslicht auf dem Hotelparkplatz vielleicht nicht ganz so angebracht gewesen) und ein wenig zu frühstücken, gelle Sam: Nach der morgendlichen Stärkung fuhren wir in die noch ziemlich leere Innenstadt, um einen Spaziergang zu machen. Es war um halb 9, 9 noch etwas neblig, aber das sollte sich bis gegen 10, halb 11 dann ändern und über das Wetter am restlichen Tag konnten wir uns überhaupt nicht beschweren (ausser der starke Nebel vielleicht auf der Heimfahrt). Hier ein paar Bilder vom morgendlichen Kuressaare: Schliesslich kehrten wir noch in einer Konditorei ein, weil sich die Mädels einen Kaffee wünschten (Anna, Cassie, Sam): (Cassie, Anna, Sam): Nach unserem zweiten "Frühstück" machten wir uns dann auf, um die Bischofsburg bei Tag zu besichtigen. Damit ihr einen Überblick über das Ausmass dieser Burg bekommt, schiebe ich mal ein Bild vor, welches ich im Burgmuseum gemacht habe, was euch das grosse Burggelände zeigt: An der Position angekommen, die am unteren Bildrand des vorigen Bildes zu sehen ist - oder so sieht es in Wirklichkeit aus: Auf dem weiteren Weg zur Burg: Und vor der Burg: Die Rückansicht der sehr mächtigen, eindrucksvollen Bischofsburg: Der Blick von der selben Stelle in die andere Richtung auf Burggraben und Meer: Ich vor der Bischofsburg: Der Burggraben: Sam, Anna und Cassie vor der Bischofsburg: Nach einer Runde um die Burg besichtigten wir noch das Burginnere und gingen noch in das Museum, was sich in der Burg befindet: (Sam und Anna): Anna und Cassie beim Klavierspielen: Da das Klavierspielen auf dem Museumsklavier aber verboten ist, kamen Anna und Cassie zwischendurch auf ein Foltergerät ;-): Ausstellungsstücke über Traditionen in Estland: Ein Einblick in die estnische Tierwelt bekamen wir ebenfalls im Museum. Photographiert habe ich die Tiere, die man in Deutschland nicht oder fast nicht antrifft, aber in Estland schon. Wie schon irgendwann einmal gesagt: Die Tierwelt hier ist noch viel mehr intakt als im dicht besiedelten Deutschland. Bären: Uhus: Wölfe: Adler (als wir durch Saaremaa gefahren sind, haben wir so einen wir den ausgestopften auf dem Bild direkt vor unserer Windschutzscheibe entlangfliegen sehen - das war sehr beeindruckend): Elche - also, das Ding im Hintergrund ;-): Und Luchse: Unsere komplette Gruppe (ich, Anna, Cassie, Sam) auf einer der Brücken zu der Bischofsburg nach unserem Besuch: Abschied aus dem beschaulichen, schönen Kuressaare...: ... und auf dem Weg Richtung äusserster Südwest-Spitze der Insel (siehe Saaremaa-Karte oben) entlang der Küste fuhren wir sehr idyllische Landstrassen...: ... und an einem schönen Plätzchen dort entschieden wir uns für ein gemütliches Picknick: Hier Anna, Cassie und Sam: Cassie, Sam und ich: Nach dem Picknick folgten wir der Strasse weiter und es blieb weiterhin sehr idyllisch - wie an so vielen Orten in meinem Estland :-): Der nächste beeindruckende Ort für unsere nächste Rast - auf dem Weg nach Südwest stoppten wir alle paar Kilometer, um uns von der Landschaft und der Natur bezaubern zu lassen: Sam bei unseren verschiedenen Spielen über Steine in bestimmter Weise ins Meer zu werfen an diesem Ort: Cassie (auch am gleichen Ort): Angekommen an der äussersten Südwest-Spitze Saaremaas nahe Sääre: Fischer bei ihrer Arbeit dort: Auf dem Fussweg zur Südwest-Spitze...: ... und der Blick zurück: Angekommen an der Südwestspitze (Sam): Schwäne auf dem weiten Meer: Sam und Anna beim Entspannen undEindrücke sammeln, beim Beobachten und Nachdenken: Vom äussersten Südwessten ging es nun in den äussersten Norden der Insel - circa 85 km Strecke zur Steilküste von Panga. In einem anderen Kapitel meines Blogs habe ich euch das Elch-Verkehrsschild gezeigt. Ein weiteres Schild, was man sehr oft in Estland, aber auch in Lettland, findet ist folgendes: Dieses Schild sagt, dass in wenigen Metern der Teer aufhört. Es ist mein Lieblingsschild, weil die Schotterpisten oft schöner zu fahren sind (man sieht mehr Natur) als die gut ausgebauten Landstrassen. Nach einem Tankstopp in Kuressaare und einer guten Stunde fahrt erreichten wir die Steilküste von Panga (Anna, Sam und Cassie im Gegenlicht der schon bald untergehenden Sonne): Ein Blick in die andere Richtung: Ich und mein guter Freund Sam: Ein paar Blicke hinaus auf das Meer - ahh, Panga ist wirklich ein wundervoller Ort: Anna...: ... und Cassie am Abhang der 21,3 Meter hohen Steilküste: Soviele schöne Erlebnisse wie an diesen beiden Tagen setzen natürlich Energien frei, die irgendwo hin müssen, also kletterten Anna und Cassie erstmal auf einen Baum...: ... oder wir viel benutzen die grosse Stehschaukel (das Bild zeigt allerdings wieder nur Anna und Cassie, Sam und mir war das irgendwann zu schnell ;-)): Hier noch ein von mir von der Schaukel geschossenes Bild von etwas vorher: Cassie und Sam als das ganze noch ein wenig langsamer ging ;-): Danach machten wir noch einen kurzen Spaziergang durch den angrenzenden Wald, der jedoch recht kurz ausfiel, da besonders im Wald (aber auch an der Küste) in diesen Abendstunden viel Betrieb an Stechmücken war - naja, es ging aber einigermassen. Hier ein Bild von Anna...: ... und Anna, ich und Cassie: Noch ein letzter Blick auf's Meer hinaus...: ... bevor es zurück nach Kuivastu ging, zur Fähre Richtung Festland (hier ein paar Bilder von der Fahrt von Panga nach Kuivastu): In Kuivastu mussten wir dann eine Stunde auf die Fähre warten und dann ging es zurück rüber nach Virtsu - ein Bild von Anna und Cassie im Café der Fähre: Der Weg nach Tartu zurück war lang (zeitlich gesehen - 5 Stunden ungefähr [wir kamen gegen 3 Uhr die Nacht an]) und abenteuerlich. Mittlerweile war es natürlich schon dunkel, aber es war ausserdem sehr neblig, sodass ich fast durchgängig um die 50 km/h fahren musste. Wer mich kennt, der weiss, dass ich auch in solchen Situationen nicht den einfachsten Weg wähle. Normalerweise bin ich ja erfolgreich, aber diesmal gingen zwei Versuche schief, den schwierigeren, interessanteren und kürzeren Weg zu finden: Das lag daran, dass abseits der grösseren Landstrassen schmale, kaum ausgeschilderte Schotterstrassen durch das Land führen, von denen nur die Hälfte in Karten vermerkt ist. Ein Beispiel von den beiden: Ich hätte die Hauptstrassen von Pärnu nach Viljandi fahren können. Das wäre aber um einiges weiter gewesen als die Alternative eine Landstrasse in eine etwas andere Richtung zu fahren und dann eine sehr kleine 40 km lange Strecke durch ein Moornaturschutzgebiet bis kurz vor Viljandi. Diese schmale Strasse war als einzige in der Karte eingezeichnet (und sie war auch nicht das Problem zu finden). Allerdings wussten wir nicht, dass es auch auf dieser Strasse anscheinend verschiedene Abzweigungen gab und diese konnten wir trotz langsamer Geschwindigkeit auch nicht erkennen wegen des sehr starken Nebels. Also fuhr ich bestimmt 45 Minuten auf der engen Strasse, langsam wegen Nebel und dem Bewusstsein, dass jederzeit ein Elch oder so vor mir stehen könnte und es war langsam an der Zeit (da die Strecke ja circa 40 km lang sein sollte - fast ohne Häuser oder sonstiges), dass die Kreuzung kommen sollte von der es nur wenige Kilometer nach Viljandi sein sollten. Eine Kreuzung kam auch, aber nach Viljandi waren es nur 5km weniger als vor der Dreiviertelstunde und ein Blick in den Atlas zeigte mir, dass wir genau auf der gleichen Strasse waren, von der wir vor fast einer Stunde abgebogen waren - nur circa 5 km weiter. Naja... der Rückweg war insgesamt schon sehr abenteuerlich, aber gegen 3 kamen schliesslich müde und wohlbehalten in Tartu an (Cassie, Anna, Sam, ich): Ja, auf dem Photo könnt ihr sehen wie hoch die Luftfeuchtigkeit in Tartu war; da könnt ihr euch auch gut vorstellen wie neblig es bei der Überland-Fahrt war ;). In meinem Zimmer angekommen, trank ich noch ein Bierchen gemütlich, legte mich gegen kurz vor 4 schlafen und stand 3 1/2 Stunden später wieder auf, weil ich der guten alten Frau das Auto zurückbringen musste. Ich habe ihr einfach den Schlüssel übergeben und wegen der Scheibe habe ich nichts mehr gehört. Nach einem 45-minütigen Fussweg entschied ich mich meinen Chefs an der Arbeit eine SMS zu schreiben mit der Frage, ob ich an einem anderen Tag als diesem abgemachten Montag arbeiten könnte und - Gott sei Dank - das war kein Problem. So konnte ich dann den Grossteil des Montags durchschlafen nach einem durch die 2 Nächte etwas anstrengendem, aber unvergesslich schönem Wochenende.

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